wie findet man die beste IP-Kamera? Wichtige Kriterien bei der Wahl einer Überwachungskameras.

Die beste IP-Kamera? Qualitätsmerkmale (3/3)

Die beste IP-Kamera? Qulitätsmerkmale. Im letzten Artikel haben wir die Technologie und Kategorien beleuchtet. In diesem dritten Teil der Serie nun Qualitätsmerkmale.

 

 

 

Je nach Anwendung sind die folgenden Faktoren für Kamera und Objektiv massgebend:

FaktorWerteBemerkung
Auflösungab HD720 1280×720 PixelJe nach Anwendung und Detailgrad zu wählen
Bildformat4:3, 16:9, 16:10 oder neu das KorridorformatJe nach Anwendung zu bestimmen. Gute Kameras erlauben die Konfiguration nebenstehender Formate
BildfrequenzIn:FPS Frame per Second oder
BPS Bildern pro Sekunde
Für schnelle Vorgänge ist ein Wert von 25/30 und mehr FPS von Vorteil. Für Nachtaufnahmen von Personen können Werte von 10 FPS und mehr hilfreich für die Identifikation sein
Sensorgrösse1/3“ oder  1/2“ (Zoll)Oft 1/3“, für leistungsfähige Nachtkameras oft 1/2“
NachtaufnahmenBesser als 0.1 Lux notwendigJe kleiner der Wert desto lichtempfindlicher
0.1 Lux reicht bis zum Einnachten aus
Tagaufnahmen>= 0.2 Lux ist ein sehr guter WertDie Kamera zeigt auch beim Einnachten lange Farbbilder, was hilfreich sein kann
Spektrale EmpfindlichkeitIm Infrarotbereich bei 850 bis 950nmLichtempfindlichkeit des Sensors in Abhängigkeit der Farbe/Wellenlänge. Für Nachtaufnahmen mit IR LED entscheidend. Test empfohlen!
ShutterIdeal  1/30 bis 1/500Um Bewegungsunschärfe zu vermeiden
Lichtstärke ObjektivF1.2 sehr gutJe kleiner der Wert desto besser. Vorsicht der Wert ist vom Zoomfaktor abhängig

 

Lösungen und Angebote

Überwachungskameras sind in sämtlichen Preiskategorien erhältlich. Diverse online Shops bieten dutzende von IP-Kameras bereits ab wenigen hundert Franken an. Die meisten dieser billigeren Kameras eignen sich jedoch nur für Tageslichtaufnahmen in Innenräumen.

 

Gute Video Management Systeme VMS integrieren bereits mehr als 50 Kamera Hersteller mit mehr als 1000 Modellen. Klar, dass Sie in diesem Dschungel nicht alle Kameras kennen können.

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Die beste IP-Kamera? Übersicht (1/3)

In dieser Artikelserie gehen wir auf verschiedene Merkmale von IP-Kameras ein. Dies ist der erste Artikel der Serie.

 

 

Übersicht IP-KamerasOutdoor IP Kamera

IP-Kameras sind heute aus der Videoüberwachung kaum mehr wegzudenken. Lange Zeit waren IP-Kameras wegen ihrer hohen Auflösung gesucht, doch hatten sie Mängel in Bezug auf Lichtempfindlichkeit, Bildrauschen oder Speicherbedarf. Vermehrt stellen wir fest, dass diese Schwächen durch neue Sensoren und Bildverarbeitungstechniken kompensiert oder ganz eliminiert werden.

 

Die Bilder einiger IP-Kameras sind derart hervorragend, dass lediglich der starke Preiszerfall der CCTV Kameras noch gegen ihren Einsatz sprechen könnte. Mehr Megapixel heisst aber nicht zwingend, dass die Kamera ein besseres Bild liefert. Oft bieten mehr Pixel, bei schlechten Lichtverhältnissen, keine merkliche Verbesserung der Bildqualität. Häufig sogar wird bei schlechtem Licht, durch mehr Pixel die Erkennbarkeit herunter gesetzt.

 

Kameratests zeigen, dass man für Aufnahmen mit bis zu 25 Bildern pro Sekunde hervorragende IP-Kameras im Segment zwischen HD720 und 3 Megapixel findet. Mit dem Entscheid Überwachungskameras einzusetzen sind zahlreiche Überlegungen verbunden. Die nachfolgenden Tipps liefern wertvolle Entscheidungsgrundlagen für die Wahl der optimalen IP-Kamera.

 

Im nächsten Artikel gehen wir auf verschiedene Technologien und Kategorien von IP-Cameras ein. Wir bleiben dran – und Sie hoffentlich auch!

Die beste IP-Kamera? Technologien und Kategorien (2/3)

Die IP-Technologie bietet für die Videoüberwachung ganz neue Möglichkeiten.

Bilder können gleichzeitig live auf einem Monitor, Mobiltelefon oder an einem entfernten Ort angezeigt werden. Kameras liefern gleichzeitig mehrere Streams in unterschiedlicher Auflösung. Archivaufnahmen können sowohl in der Kamera wie auch auf einem entfernten Server oder im Internet gespeichert werden. Unscharfe Bilder mit einer geringen Auflösung von 4CIF oder 640×480 Bildpunkten sind Geschichte.

Zum Vergleich: Gute Überwachungskameras liefern eine Full HDTV Auflösung von 1920x1080p was einer mehr als 6-fach grösseren Auflösung guter analoger CCTV Kamera entspricht.

Die Wahl der richtigen Überwachungskamera ist oft nicht einfach. Zahlreiche Faktoren müssen berücksichtigt werden. Neben der Bildauflösung spielen die folgenden Punkte eine wichtige Rolle:

  • Lichtbedingungen (Gegenlicht, Nacht)

    Bushaltestelle

    Videoüberwachung: typische Lichtsituation

  • Standort und Blickwinkel der Kamera
  • Schutzgehäuse für den Aussenbereich
  • Datenübertragung Kabel/Funk
  • Wie werden Video Aufnahmen archiviert
  • Alarm Weiterleitung

Das Wichtigste jedoch  ist das was man aufnehmen möchte. Für jede Anwendung gibt es Kameras welche besser oder weniger gut geeignet sind.  Im Supermarkt werden andere Kameras eingesetzt als für Tankstellen oder Casinos. Für Die Erkennung von Nummernschildern bei Nacht sind wiederum andere Kriterien entscheidend.

Ein wichtiger Qualitätsfaktor für die Verwertbarkeit der Aufnahmen ist die Auflösung in „Pixel pro Meter“ oder die Anzahl der Bildpunkte pro Meter. Der rechnerisch ermittelte Wert ist dabei nicht so aussagekräftig wie der praktisch ermittelte Wert. Am besten zieht man ein Testbild hinzu und vergleicht die Detailtreue der Kamera im Vergleich zu einem Linienmuster (siehe http://www.burosch.de/tv-bildoptimierung.html oder http://www.bealecorner.org/red/test-patterns/). Noch besser  man prüft die Funktion gleich an Ort und Stelle. Nach unserer Erfahrung benötigt man für die Erkennung von Nummernschildern zwischen 110 und 150 Pixel pro Meter.

Für die Identifikation von Personen bei Nacht muss die Auflösung deutlich grösser sein. Aus unserer Erfahrung ist eine fast doppelt so hohe Auflösung mit mehr als 220 Bildpunkten pro Meter für die Identifikation von Gesichtern notwendig. Der Einsatz von monochromatischen LED Licht verbessert zwar die Lichtsituation verringert aber die Möglichkeit Personen identifizieren zu können. Es ist deshalb eine höhere Auflösung einzuplanen. Ein optimaler Standort der Kamera und ein gut ausgeleuchtetes Gelände beeinflusst die Bildqualität positiv.

In der Regel wirken sich kurze Distanzen und flache Winkel positiv auf die Verwertbarkeit der Aufnahmen aus. Die Wahl des Objektivs wird meist unterschätzt. Gute Megapixel Tag- und Nacht Objektive sind immer noch Mangelware. Ein billiges Objektiv kann die Bildqualität massiv verschlechtern.

Kameras werden grob in folgende Typen eingeteilt:

  • Fixe Kameras für Innenräume, im Wetterschutzgehäuse für den Ausseneinsatz
  • Dome Kameras im Kuppelgehäuse. Diese Bauform hat den Vorteil der hohen Schlagfestigkeit. Gehäuse der Schutzklasse IK10 bieten dem besten Schutz gegen Vandalismus.
  • Schwenk-Neigekopf Kameras auch PTZ Kameras genannt. Die Position der Kamera und der Zoomfaktor des Objektivs kann mit Schrittmotoren ferngesteuert werden.
  • Farbkameras. Mit Ausnahme von einigen Spezialkameras, wie Wärmebild- oder Nachtsichtkameras, sind heute die meisten Kameras Farbkameras. Die Kameras verfügen über ein schwenkbares Filter. Bei Tag verringert dieses Filter den Rotanteil im Licht, bei Nacht wird es ausgeschwenkt. Das hat den Vorteil, dass bei Dunkelheit alles verwertbare Licht genutzt werden kann, auch die rot und Infrarot-Anteile. Bei Nacht  schaltet die Kamera deshalb auf Schwarz-Weiss um.

Ein wichtiger Faktor für die Kamera ist die Grösse des Bildsensors.  Je grösser der Sensor desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Eng damit verknüpft sind die Lichtempfindlichkeit des Sensors und die Leistungsfähigkeit des Prozessors. Je leistungsfähiger der Sensor und die Bildverarbeitung, desto geringer ist das Bildrauschen und umso deutlicher fällt das Bild aus.

Leider fehlen in der Videoüberwachung klare und herstellerübergreifende Beurteilungsmassstäbe. Aus diesem Grund testen wir alle Kameras unter reellen Situationen gegeneinander aus. Oft zeigen erst detaillierte Tests die Unterschiede zwischen den Kameras auf.

Im nächsten Artikel dieser Serie gehen wir auf Qualitätsmerkmale von Kamera und Objektiv ein.