Outdoor IP-Kamera Vorschau

Die beste IP-Kamera? Technologien und Kategorien (2/3)

Die IP-Technologie bietet für die Videoüberwachung ganz neue Möglichkeiten.

Bilder können gleichzeitig live auf einem Monitor, Mobiltelefon oder an einem entfernten Ort angezeigt werden. Kameras liefern gleichzeitig mehrere Streams in unterschiedlicher Auflösung. Archivaufnahmen können sowohl in der Kamera wie auch auf einem entfernten Server oder im Internet gespeichert werden. Unscharfe Bilder mit einer geringen Auflösung von 4CIF oder 640×480 Bildpunkten sind Geschichte.

Zum Vergleich: Gute Überwachungskameras liefern eine Full HDTV Auflösung von 1920x1080p was einer mehr als 6-fach grösseren Auflösung guter analoger CCTV Kamera entspricht.

Die Wahl der richtigen Überwachungskamera ist oft nicht einfach. Zahlreiche Faktoren müssen berücksichtigt werden. Neben der Bildauflösung spielen die folgenden Punkte eine wichtige Rolle:

  • Lichtbedingungen (Gegenlicht, Nacht)

    Bushaltestelle

    Videoüberwachung: typische Lichtsituation

  • Standort und Blickwinkel der Kamera
  • Schutzgehäuse für den Aussenbereich
  • Datenübertragung Kabel/Funk
  • Wie werden Video Aufnahmen archiviert
  • Alarm Weiterleitung

Das Wichtigste jedoch  ist das was man aufnehmen möchte. Für jede Anwendung gibt es Kameras welche besser oder weniger gut geeignet sind.  Im Supermarkt werden andere Kameras eingesetzt als für Tankstellen oder Casinos. Für Die Erkennung von Nummernschildern bei Nacht sind wiederum andere Kriterien entscheidend.

Ein wichtiger Qualitätsfaktor für die Verwertbarkeit der Aufnahmen ist die Auflösung in „Pixel pro Meter“ oder die Anzahl der Bildpunkte pro Meter. Der rechnerisch ermittelte Wert ist dabei nicht so aussagekräftig wie der praktisch ermittelte Wert. Am besten zieht man ein Testbild hinzu und vergleicht die Detailtreue der Kamera im Vergleich zu einem Linienmuster (siehe http://www.burosch.de/tv-bildoptimierung.html oder http://www.bealecorner.org/red/test-patterns/). Noch besser  man prüft die Funktion gleich an Ort und Stelle. Nach unserer Erfahrung benötigt man für die Erkennung von Nummernschildern zwischen 110 und 150 Pixel pro Meter.

Für die Identifikation von Personen bei Nacht muss die Auflösung deutlich grösser sein. Aus unserer Erfahrung ist eine fast doppelt so hohe Auflösung mit mehr als 220 Bildpunkten pro Meter für die Identifikation von Gesichtern notwendig. Der Einsatz von monochromatischen LED Licht verbessert zwar die Lichtsituation verringert aber die Möglichkeit Personen identifizieren zu können. Es ist deshalb eine höhere Auflösung einzuplanen. Ein optimaler Standort der Kamera und ein gut ausgeleuchtetes Gelände beeinflusst die Bildqualität positiv.

In der Regel wirken sich kurze Distanzen und flache Winkel positiv auf die Verwertbarkeit der Aufnahmen aus. Die Wahl des Objektivs wird meist unterschätzt. Gute Megapixel Tag- und Nacht Objektive sind immer noch Mangelware. Ein billiges Objektiv kann die Bildqualität massiv verschlechtern.

Kameras werden grob in folgende Typen eingeteilt:

  • Fixe Kameras für Innenräume, im Wetterschutzgehäuse für den Ausseneinsatz
  • Dome Kameras im Kuppelgehäuse. Diese Bauform hat den Vorteil der hohen Schlagfestigkeit. Gehäuse der Schutzklasse IK10 bieten dem besten Schutz gegen Vandalismus.
  • Schwenk-Neigekopf Kameras auch PTZ Kameras genannt. Die Position der Kamera und der Zoomfaktor des Objektivs kann mit Schrittmotoren ferngesteuert werden.
  • Farbkameras. Mit Ausnahme von einigen Spezialkameras, wie Wärmebild- oder Nachtsichtkameras, sind heute die meisten Kameras Farbkameras. Die Kameras verfügen über ein schwenkbares Filter. Bei Tag verringert dieses Filter den Rotanteil im Licht, bei Nacht wird es ausgeschwenkt. Das hat den Vorteil, dass bei Dunkelheit alles verwertbare Licht genutzt werden kann, auch die rot und Infrarot-Anteile. Bei Nacht  schaltet die Kamera deshalb auf Schwarz-Weiss um.

Ein wichtiger Faktor für die Kamera ist die Grösse des Bildsensors.  Je grösser der Sensor desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Eng damit verknüpft sind die Lichtempfindlichkeit des Sensors und die Leistungsfähigkeit des Prozessors. Je leistungsfähiger der Sensor und die Bildverarbeitung, desto geringer ist das Bildrauschen und umso deutlicher fällt das Bild aus.

Leider fehlen in der Videoüberwachung klare und herstellerübergreifende Beurteilungsmassstäbe. Aus diesem Grund testen wir alle Kameras unter reellen Situationen gegeneinander aus. Oft zeigen erst detaillierte Tests die Unterschiede zwischen den Kameras auf.

Im nächsten Artikel dieser Serie gehen wir auf Qualitätsmerkmale von Kamera und Objektiv ein.

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